06 Mai 2013

Ein kleiner Streifzug durch die ital. Weinberge

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Der Nordwesten

Piemont und Aostatal

In den Provinzen Cuneo, Asti und Alessandria gibt es bekannte Spitzenweine, wie den gehaltvollen Barolo und den nicht minder guten Barbaresco. Dazu gesellen sich auch ausgezeichnete Weißweine wie Gavi und Arneis, um nur einige davon zu nennen. Heute wird auch der Barbera, früher als Massenwein bekannt, gehegt und gepflegt. Asti ist auch für seinen Spumante bekannt.
Weitere beachtenswerte Weine gibt es in den nordöstlichen Provinzen Vercelli und Nova¬ra. Und hier noch ein ganz persönlicher Tipp: Sollten Sie eine Reise durch das Piemont unternehmen, besuchen Sie das private Weinmuseum in Nizza di Monferrato. Dort fin¬det man eine erstaunliche Vielfalt von Gegenständen und Details, wie man sie selten sieht. In diesem Museum findet jährlich auch ein fröhliches Weinfest mit »Bagna caôda« für Weinfreunde statt.

Im Aosta-Tal sieht man noch Reben, die an Weinlaubpergolen hängen. Es sind meistens weiße Trauben, die auch im benachbarten Wallis (Schweiz) vorkommen, wie z. B. »Petite Arvine« und »Malvoisie« die exquisite Weißweine ergeben.

Ligurien

Wer gut zu Fuß ist, unternimmt am besten eine Wanderung durch die romantischen Dörfer der Cinque Terre, wo bereits die Etrusker ihre Weinberge hatten. Allerdings sind die in den Klippen eingebauten Terrassen sehr schwer zu bebauen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weswegen sie nur noch von nebenberuflichen Winzern gepflegt werden. Auch dort hängen zum Teil die Trauben noch an einer Pergola und ergeben sehr gute Vermentino oder rote Sangioveseweine.
Weitere Weingüter findet man an der Riviera di Ponente, wo Weißweine und Dolcetto¬Varianten angebaut werden. Eine bekanntere Weinzone befindet sich bei La Spezia.

Lombardei

Die Lombardei sind die größten Weinverbraucher und Vermarkter, produzieren hin¬gegen nur relativ wenig Weine. Die früheren, großen Weingärten im Oltrepö Pavese mussten der Industrie weichen. Dafür entwickelte sich die Schaumwein-Produktion. Im Veltlin hingegen entstehen immer beliebter werdende Spezialitäten.
In der Umgebung von Brescia entstehen ausgezeichnete Spumante sowie weiße und rote Franciacorta«, die von ausgezeichneter Qualität sind. Besonders attraktiv ist eine Fahrt durch die Reben der Riviera del Garda.

Der Nordosten

Die Weingebiete des Nordostens sind aus Überlieferung gemeinsam als »Tre Venezie« be¬kannt. Diese Aufteilung erleichtert auch die Beschreibung dieser unterschiedlichen Gebie¬te. Es handelt sich dabei um »Trentino – Alto Adige«, »Veneto« und »Friuli-Venezia Giulia«.

Trentino – Alto Adige

Südtirol, das nach dem Ersten Weltkrieg italienisch wurde, ist das älteste Weinbaugebiet des europäischen deutschsprachigen Raums. Obwohl unabhängig vom Trentino bestehen im Weinbau gewisse Gemeinsamkeiten. Mehr als die Hälfte der Weinproduktion wurde mit dem D.O.C.-Prädikat ausgezeichnet und beinahe 50 % davon wird exportiert. Beide sind bekannt für Pinot Grigio und Chardonnay. Daneben exportiert Südtirol rote Durchschnitts¬weine wie St. Magdalener und Kalterer. In Trento wurde das Champagnerverfahren wieder eingeführt, wobei mit Chardonnay Blanc-de-Blanc von hoher Qualität produziert wird.

Veneto

Venetien ist eines der wichtigsten Weinbaugebiete Italiens. So unterschiedlich wie die Landschaften sind auch die Weine. Am milden südlichen Ufer des Gardasees gedeihen der leichte rote Bardolino und der feine, duftige Bianco di Custoza. An den Vulkanhän¬gen in der Nähe von Verona liegen die Weinbauzonen des bekannten Valpolicella und des Soave. Beide, auch in unseren Breitengraden beliebte Weine zu italienischen Gerichten. Ganz spezielle typische Weine von Verona sind der Recioto della Valpolicella sowie auch der Amarone, die beide aus getrockneten Trauben entstehen. Interessant ist ein Ausflug in die Berge von Treviso, z. B. nach Valdobbiadene, wo der Prosecco, der heutige Mode¬Schaumwein, herkommt, der auch Deutschland und die Schweiz erobert hat. Weiter nördlich sind noch geschichtliche Einflüsse spürbar, denen man Weißweinkulturen ver¬dankt, z. B. Chardonnay, Sauvignon. In der Nähe von Venedig, in der Uferlandschaft des Piave sind schon seit einem Jahrhundert erstaunlicherweise Bordeaux-Rebsorten hei¬misch wie Cabernet und Cabernet Sauvignon, die zum Teil sortenrein gekeltert werden. Auch der Merlot ist in dieser Gegend stark vertreten.

Friuli

Die Colli orientali von Julisch-Venetien sind bekannt für ihre Spitzenweine. Die Wein¬berge liegen in der hügeligen Landschaft und produzieren sowohl Weiß- wie auch Rot¬weine. Besonders gut geraten trockene Weißweine wie Tocai, Ribolla und Pinots. Die Rotweine sind sehr körperreich dank der Mischung von Cabernet und Merlot. Der Collo Goriziano liegt praktisch an der jugoslawischen Grenze, wo ähnliche Weine in kleineren, persönlicheren Weingütern auf schönen Terrassen angebaut werden, die schon allein einen Ausflug wert sind. Auch lohnt sich ein Abstecher in die alte Stadt Gorizia oder nach Triest, dieser wunderschönen Stadt, die von Einheimischen »Mutter« von Venedig genannt wird.
Adriatische Apenninen

Emilia-Romagna

Bis vor kurzem war für mich die Emilia-Romagna die Gegend in Italien, in der es die beste Pasta und den besten Schinken der Welt gibt. Über die Weine dieser Region wusste ich nicht viel. Bis ich einmal zu einer Degustation von einer Bruderschaft aus der Emilia eingeladen wurde, wo mir Männer mit langen wallenden Mänteln ein breites Band mit einer Medaille umhängten und dazu ein Diplom überreichten. Dabei erfuhr ich, dass Emilianer und Romagnolen auch in Sachen Wein getrennte Wege gehen.
Die Emilianer sind stolz auf ihren Lambrusco, weil er fröhlich mache und bei der Verdauung ihrer köstlichen Küche mit Pasta, Prosciutto, Würsten und Käse hilft. Daneben produzieren sie auch ausgezeichnete Weine, wie z. B. den kräftigen roten Ancelotto oder die eleganten Weißweine aus der Umgebung von Modena.

In der Romagna herrscht der Sangiovese vor. Obwohl Emilianer und Romagnole getrennt wirtschaften, produzieren beide ähnliche Weinsorten.

Marche, Abruzzo, Molise

Diese drei Regionen, die sich längs der Adriaküste aneinanderreihen, scheinen auf den ersten Blick auf der Landkarte vieles gemeinsam zu haben. Dem widersprechen die Klimaunterschiede. So gedeiht in den Marken der Montepulciano für Rot- und Roséweine und der Verdicchio für Weißweine. In den Abruzzen ist es der Montepulciano und der Trebbiano und in der Molise zieht man südliche Weinsorten vor.
Zu erwähnen wären noch die Weine aus der Umgebung von Ancona, die berühmte Namen wie Castelli di Jesi und Monte Conero tragen. Aus diesen Gebieten, vor allem aus Marken wanderten viele Winzer aus. So auch die Familie Mondavi, die sich im kalifornischen Nappa Valley niederließ, um dort heute weltberühmte Weine zu produzieren.

Thyrrhenisches Mittelitalien

Toskana

Die Toskana ist wohl das in aller Welt bekannteste Weinbaugebiet Italiens. Dies dank ihrer magischen Landschaft und nicht zuletzt wegen des Chiantigebietes, dessen Weine in vielen Qualitätsstufen exportiert werden. Nebst dem Chianti classico mit dem Gallo nero Zeichen, gibt es repräsentative Spezialitäten wie den Brunello und den Nobile di Montepulciano, um nur die wichtigsten zu nennen. In den letzten Jahren entwickelten sich dazu durch beigezogene berühmte Oenologen neue Provenienzen zum Teil auch unter der Aegide von Toskanafans aus dem Ausland, die Weingüter erwarben und sich dem Weinanbau widmen. So entstanden mit neuen Rebsorten kombinierte Neukreatio¬nen. Exquisit sind z. B. der »Sassicaia« und der »Ornailla«, Spezialitäten, die nur in klei¬nen Mengen, aber zu stolzen Preisen vermarktet werden.

Für den täglichen Bedarf zu bescheidenen Preisen findet man auch etwas einfachere Weine aus den Colli Aretini, Florentine, Pisane und Senese, die gut zu den toskani¬schen Gerichten passen. Bei Ausflügen kann man da und dort ganz spezielle, ortsgebun¬dene Weine entdecken, so auch in San Gimignano, der schönen Stadt mit den hohen Geschlechtstürmen, den Vernaccia, ein ausgezeichneter Weißwein, den ich im besten Restaurant mit herrlicher Aussicht auf die Reben und das Val d’Elsa kennenlernte. Er mundete nicht nur im Glas, sondern auch in der Sauce des Ossobuco. Legendär ist der »Vin santo«, der ausgezeichnete Süßwein der Toskana. Im schönsten Hotel von Pietras¬anta fand ich auf dem Nachttisch eine mit Vin Santo gefüllte Karaffe und einer Menge Cantucci, die typischen Mandelbiskuits, die man darin eintunkt. Eine süße Verführung, der ich nicht widerstehen konnte.
In der gleichen Ortschaft gibt es in der Hauptgasse eine wunderschöne, riesengroße Vinothek, wo man abends zwischen Hunderten von Flaschen bei Kerzenlicht dinieren kann. Da lernt man nicht nur Weine der Toskana, sondern viele Spitzenweine aus ganz Italien kennen. Auch in der Maremma und bis nach Grossetto hat sich der Weinanbau interessant entwickelt.

Umbrien

Der berühmteste Wein Umbriens ist der Orvieto secco oder abbocato, ein delikater Weißwein aus der gleichnamigen romantischen Stadt, die hoch oben auf einem Hügel liegt und von weitem sichtbar ist. Dieser Wein passt besonders gut zu Fisch. Kennenge¬lernt habe ich ihn in der einfachen Bar auf dem Hauptplatz, wo es dazu den allerbesten, luftgetrockneten Schinken gab. Empfehlenswert ist auch der Greco di Todi, der allerdings leicht süßlich ist. In der Nähe von Perugia, in den Wirtschaftsgebäuden eines Adelssitzes aus dem 17. Jahrhundert befindet sich in Torgio ein sehr schönes Weinmuseum. Es ist kulturell sehr interessant, weil es eine Zeitreise durch den Weinbau vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert darstellt mit einer interessanten Sammlung von alten Requisiten bis zum antiken Brennofen. Aus diesem Ort stammt auch der renommierteste Rotwein Umbriens, der »Torgiano«, den man auf Wunsch degustieren kann.

Latium

Im Altertum war das Latium der Weinkeller der Römer. Heute ist die Weinproduktion dieser Gegend nicht mehr bedeutend. Immer noch bekannt ist der legendäre »Est! Est! Est! sowie der populäre Frascati, ebenfalls ein Weißwein, der in Römer Restaurants gerne zu Fisch empfohlen wird.

Südliche Halbinsel

Apulien

Die wichtigsten Weinbaugebiete Apuliens sind die Halbinsel Salento sowie die Bar- und Capinata-Ebenen. Der San Severo, aus welchem Weiß-, Rosé- und Rotweine entstehen so¬wie der Salice-Salentino erhielten die D.O.C.-Anerkennung. Aus Apulien stammt auch der Primitivo, die heute meist angebaute Rotweintraube Italiens. Ihre DNA-Analyse ergab vor einiger Zeit, dass sie mit Zinfandel, der beliebten Rebsorte Kaliforniens, identisch ist. Außerdem gibt es eine ganze Menge guter Landweine, die man anlässlich einer Reise in diese wunderschöne Provinz in kleinen Gasthöfen kennen lernen kann. Zauberhaft ist die Landschaft in der Trulli-Gegend, wo die interessanten kuppelartigen Stein-Behausungen von Reben umgeben sind.

Campanien, Basilicata, Calabria

Im Altertum war Kampanien ein Weinhandelszentrum. Vom Weinbau übrig geblieben sind noch einige Spezialitäten, wie beispielsweise der Greco di Tufo, der Fiano di Avelino. Berühmt sind auch der Falern und der Capri bianco. Beliebt aber nicht gerade leicht ist der rote Lacrimae Christi an den Hängen des Vesuvs, der sehr oft von Touristen als Sou¬venir mitgenommen wird. An den Hängen des erloschenen Vulkans im Norden der Basi¬licata gedeiht der Aglianico del vulture, welcher trocken und sehr hart ist. Es gibt ihn auch in der freundlicheren Variante »amabile« und ebenfalls als spumante. Dieser Wein ist das bedeutendste D.O.C.-Produkt der Gegend.

Die alten Griechen nannten Kalabrien »Oinotr«, das heißt »Land des Weines«. Leider ist davon nicht mehr viel übrig geblieben, außer dem Gaglioppo und dem Greco bianco aus jener Zeit. Außerdem gibt es noch einige Landweine, deren Ertrag von der Bevölkerung und den Touristen getrunken wird.

Die Inseln

Sardinien

In Sardinien erinnern einige Traubensorten an verschiedene Einflüsse, die von Erobe¬rern dieser Insel stammen. So brachten die Spanier die Garnachatraube für den roten Cannonau sowie auch den Carignano. Den Korsen verdankt man den Vermentino, den beliebtesten Weißwein. Übrigens sind in Sardinien nicht nur spanische Traubensorten zurückgeblieben. In Alghero zum Beispiel gibt es immer noch eine große spanische Kolonie, in der noch katalanisch gesprochen und auch gekocht wird. Interessant ist auch, dass man im Hafenrestaurant dieser Stadt auch spanische Gerichte auf der Karte findet. Neben fremden Reben gibt es auch einheimische Sorten, wie den Costamolino und viele Spielarten italienischer Weine.

Sizilien

Weine aus Sizilien sind in letzter Zeit im Kommen. Immer mehr werden bei uns ausge¬zeichnete Provenienzen dieser Insel angeboten, wie z.B. der Corvo und der Etna, der auf vulkanischem Boden gedeiht und deshalb besonders gehaltvoll ist. Der Weinbau wird in dieser Insel neuerdings sehr gefördert und teilweise auf die benachbarten Inseln, wie Lipari und Pantellaria verlegt, woher bereits ausgezeichnete Süßweine stammen. Aus der Provinz Trapani kommt der Marsala, den man für den Zabaione nicht missen möchte.

Gesetzliche Wein-Klassifikationen

  • Vino da tavola –  Tafelweine ohne Herkunftsangabe
  • Vini con indicazione geografica  – Weine mit einfacher Herkunftsbezeichnung
  • D.O.C. Denominazione di origine controllata – Qualitätsweine mit Herkunftsbezeichnung 
  • D.O. C. G. Denominazione di origine controllata e garantita – Allerhöchste Qualitätsstufe, kontrollierte und garantierte Weine, wobei bisher nur wenige in diese Kategorie aufgenommen wurden.

Diese Auszeichnungen sind nicht immer eine Garantie für hohe Weinqualität. Sehr oft findet man auch unter den als Tafelweine deklarierten Erzeugnissen hervorragende Provenienzen, die allerdings hie und da zu den teuersten gehören.

 

Einige Wein-Fachbegriffe …

  • A.(O.)C.: „Appellation (d´Origine) Contrôlée“ – Ursprungsbezeichnung in Frankreich. Hierin sind Gebiet, Rebsorten, Anbau- und Ertragsmenge etc. festgelegt.
  • Appellation – (Französischer) Begriff für einen offiziell festgelegten Herkunftsbereich, siehe auch A.O.C.
  • Auslese – Prädikatsweinstufe in Deutschland und Österreich.
  • Autochthone Rebsorten – Gebietsheimische Rebsorte, d.h. im jeweiligen Anbaugebiet heimisch, ohne dorthin aus einer anderen Region „importiert“ worden zu sein. Typisches Beispiel: Zinfandel und Primitivo. Wenn die heutige Meinung zutrifft, dass Primitivo vom kalifornischen Zinfandel abstammt und nicht in Italien ursprünglich heimisch war, würde dies bedeuten, dass Primitivo keine autochthone italienische Rebsorte darstellt.
  • Barrique – Eichenfass mit 255 Litern Inhalt, ursprünglich aus dem Bordeaux, in dem Wein gelagert wird. Durch die geringe Größe kommt der Wein in engen Kontakt zum Holz. Hierbei lösen sich Duft-, Geschmacks- und Farbstoffe sowie Tannine und reichern den Wein an.
  • Bodega – Spanische Winzerkellerei, z.T. auch Bezeichnung für spanische Weinschenke
  • Bukett (Bouquet) – Gesamtheit der Duft- und Aromastoffe eines Weins.
  • Château – (Französisches) Weingut, nicht zwingend ein „Schloss“.
  • Crianza – Spanischer Wein, der eine bestimmte (Mindest-)Zeit gelagert werden muss (im Barrique und anschließend in der Flasche), bevor er mit dieser Bezeichnung auf den Markt kommen darf.
  • Cuvée – Verschnitt von Weinen unterschiedlicher Rebsorten, Lagen oder auch Jahrgängen. Nicht negativ zu verstehen im Vergleich zu reinsortigen Weinen (aus nur einer Rebsorte), sondern normaler Vorgang bei der Weinherstellung.
  • Dekantieren – Umfüllen eines Weines in eine Karaffe (Dekanter), dadurch Kontakt mit der Luft und Entfaltung des Aromas. Ebenfalls wird – sofern vorhanden – bei älteren Weinen das Depot vom Wein getrennt. Anmerkung: Hervorragend bewährt hat sich in der Redaktion neben dem herkömmlichen Dekanter auch der Dekantierausgießer. Der ist zwar nicht ganz billig, aber enorm wirkungsvoll: Er beruht auf dem Prinzip des Venturi-Rohrs und belüftet durch entstehenden Unterdruck beim Ausgießen zeitsparend jeweils nur den Wein, den man auch trinkt. Auf dieses Teil wollen wir auf keinen Fall mehr verzichten.
  • Depot – Ablagerung bei Rotweinen während der Reifezeit in der Flasche, wird beim Dekantieren vom Wein getrennt.
  • D.O. „Denominación de Origen“ – Ursprungsbezeichnung aus Spanien, entspricht dem französischen A.O.C.
  • D.O.C. „Denominazione di Origene“ – Ursprungsbezeichnung aus Italien, entspricht dem französischen A.O.C.
  • Domaine  – Weingut mit eigenem Weinberg und eigener Ernte, deutsch: Domäne.
  • Domänenabzug – Wein, der in der Domaine in die Flasche original abgefüllt wird.
  • Grand Cru – Weinklassifizierung in Frankreich. Im Burgund die höchste, im Bordeaux die zweithöchste Klassifizierung.
  • Premier Cru – Nach Grand Cru die zweithöchste Stufe der französischen Weinklassifizierung im Burgund. 
  • Gran Reserva –  Weinklassifizierung in Spanien. Der Wein muss mehrere Jahre im Barrique gereift sein (im Anbaugebiet Rioja mindestens 5 Jahre), um diese Bezeichnung tragen zu können.
  • Grand Vin – Hauptwein eines Weingutes (aus dem Bordelais).
  • Önologie – Weinwissenschaft.
  • Qualitätswein – In Deutschland Bezeichnung für Weine bestimmter Anbaugebiete.
  • Reserva/Riserva – Qualitätsbezeichnung spanischer / italienischer Weine. Abhängig vom Anbaugebiet muss der Wein mehrere Jahre im Barrique und danach in Flaschen gereift sein.
  • Spätlese – Aus überreifen Trauben hergestellter Wein, wird nach der normalen Lese geerntet. Normalerweise süßerer Wein.
  • Tannin – Gerbstoffe oder Gerbsäure, gelangt aus Traubenschalen, Kernen und Stielen oder der Lagerung in einem Barrique in den Wein. Wesentlich für Haltbarkeit und Struktur des Weins.
  • Tinto – Spanischer/portugisischer Rotwein, in der Regel nicht im Barrique gereift.
  • Trocken – Wein ohne oder mit nur geringer Restsüße (Italien: secco, Frankreich: sec, Spanien: seco). Süßere Weine werden in Abstufung bezeichnet als „halbtrocken“ und „lieblich“  halbtrocken: Italien – semisecco, Frankreich – demi-sec, Spanien – semi-seco und schließlich als „süß“ Italien: dolce Frankreich – doux/moelleux  Spanien –dulce.
  • Verschnitt – siehe Cuveé.

Weinklassifizierung in Europa und Übersee

Außerhalb Frankreichs haben nur wenige Länder vergleichbare Klassifizierungen entwickelt. In Italien unterscheidet man zwischen DOC- und DOCG-Herkunftsbezeichnungen, wobei Letztere laut Weingesetz die höhere Stufe darstellen sollen, in der Praxis aber keineswegs immer auch höherwertige Weine hervorbringen. Spanien und Portugal haben ein vergleichbares System entwickelt. In Deutschland wurde seit den 1990er-Jahren versucht, Weinbergslagen nach ihrem Qualitätspotenzial zu klassifizieren, obwohl das Weingesetz von 1971 eine solche Unterscheidung weder vorsieht noch zulässt. Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts gestand der Gesetzgeber den Winzern ‒ insbesondere dem Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter ‒ die Möglichkeit zu, auf privatrechtlicher Basis eine Lagen-klassifizierung einzurichten (Erstes Gewächs). In Österreich wurden ähnliche Versuche unternommen, sie blieben aber auf eine sehr kleine Gruppe von Erzeugerbetrieben beschränkt. In den Weinbauländern der Neuen Welt existieren keinerlei Herkunftsklassen.

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