13 Apr 2013

Kaffee

(türk. kahve aus arab. qahwa= „anregendes Getränk“; auch: Wein) ist ein schwarzes, koffeinhaltiges Heißgetränk, das aus gerösteten (Röstkaffee) und gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wird. Röst- und Mahlgrad variieren je nach Zubereitungsart (s. u.). Kaffee enthält das Vitamin Niacin.

Die Kaffeebohnen werden aus Steinfrüchten verschiedener Pflanzenarten aus der Familie der Rubiaceae gewonnen. Die beiden wichtigsten Arten der Kaffeepflanze sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta) mit vielen Sorten/Varietäten. Je nach Art der Kaffeepflanze, Sorte der Kaffeebohne und Anbauort gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. So gilt Kaffee aus Robusta-Bohnen als minderwertig gegenüber dem aus reinem Arabica, dabei haben diese Bohnensorten lediglich unterschiedliche Eigenschaften und Preisbildungsfaktoren.

Kaffee wird heute in über 50 Ländern weltweit angebaut.

 

Geschichte – Ursprungslegende und Entdeckung

Nach einer 1671 von Antonius Faustus Naironus in seinem Buch De saluberrima potione cahve zu Papier gebrachten Legende soll einst Hirten aus Kaffa aufgefallen sein, dass ein Teil der Ziegenherde, die von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen hatten, bis in die Nacht hinein munter umhersprang, während die anderen Tiere müde waren. Die Hirten beklagten sich darüber bei Mönchen des nahe gelegenen Klosters. Als ein Hirte selbst die Früchte des Strauchs versuchte, stellte er auch bei sich eine belebende Wirkung fest. Bei Nachforschungen der Mönche an der Grasungsstelle entdeckten sie dort einige dunkelgrüne Pflanzen mit kirschenartigen Früchten. Sie bereiteten daraus einen Aufguss und konnten fortan bis tief in die Nacht hinein wach bleiben, beten und miteinander reden.

Es wird angenommen, dass die Provinz Kaffa in Äthiopien das Ursprungsland des Kaffees ist. Dort wurde er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt. Von Äthiopien gelangte der Kaffee vermutlich im 14. Jahrhundert durch Sklavenhändler nach Arabien. Geröstet und getrunken wurde er aber dort wahrscheinlich erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Kaffeeanbau brachte Arabien eine Monopolrolle ein. Handelszentrum war die Hafenstadt Mocha, auch Mokka genannt, das heutige Al Mukha im Jemen.

Die äthiopische Zubereitungsart bzw. Kaffeetradition ist wohl die ursprünglichste: Nach dem Rösten der Bohnen in einer großen Eisenpfanne werden diese grob gemahlen oder im Mörser zerstampft. Das Mahlgut wird mit Wasser und Zucker in der sog. Jabana (einem bauchigen Tonkrug ähnlich einer Karaffe) aufgekocht und in kleinen Schalen serviert.

Verbreitung

Mit dem Aufstieg des osmanischen Reiches wurde das Getränk immer beliebter. Das erste Café entstand in Persien. In öffentlichen Kaffeehäusern traf man sich in Kleinasien, Syrien und Ägypten zum Genuss des Getränks. Der Augsburger Arzt Leonhard Rauwolf lernte schon 1573 in Aleppo den Genuss von Kaffee kennen und berichtete 1582 darüber. Weitere Nachrichten über den Kaffee gelangten durch Prospero Alpino 1592 nach Italien.

 

Die ersten Cafés in Europa

In Istanbul soll Kaffee 1517 erstmals aufgetaucht sein (durch Sultan Selim nach der Eroberung von Ägypten); jedenfalls wurde dort 1554 – nach heftiger Opposition von islamischem Klerus und Staat – das erste europäische Kaffeehaus eröffnet.

1645 verfügte Venedig, 1650 Oxford und 1652 London über eine solche Einrichtung. In Frankreich entstanden um 1659 erste Kaffeehäuser in Marseille. Paris folgte 1672, nachdem ein Armenier in St. Germain eine Kaffeebude aufgeschlagen hatte. Das erste eigentliche Pariser Kaffeehaus war jedoch das Café Procope, das erst um 1689 von dem Sizilianer Francesco Procopio de‘ Coltelli eröffnet wurde.

Das erste Wiener Kaffeehaus eröffnete bereits 1683, nachdem im Kampf gegen die Türken 500 Sack Kaffee erbeutet worden waren. (Gründung durch Georg Franz Kolschitzky, einen Polen, der in türkische Gefangenschaft geraten war.) Nach Deutschland gelangte der Kaffee offenbar schon früher über Frankreich, und er wurde erstmals 1673 in Bremen ausgeschenkt. Hier entstand dann 1697 das Bremer Kaffeehaus im Haus Schütting. 1675 kannte man Kaffee bereits am Hofe des Großen Kurfürsten in Berlin, doch wurde hier erst 1721 das erste Kaffeehaus errichtet. In Hamburg entstand 1679 ein Kaffeehaus, das von einem Engländer gegründet wurde, in Regensburg 1686, in Leipzig 1694.

Im 17. Jahrhundert wurde die Kaffeepflanze in holländische Kolonien wie Java verbreitet und sicherte Holland eine Vormachtstellung im Handel.

Schnell breitete sich der Kaffeekonsum in immer weitere Gesellschaftskreise aus. Der Kaffeeimport und seine Regulierung erhielten insbesondere im merkantilistischen Wirtschaftssystem große Bedeutung. So verbot Friedrich der Große 1766 die private Einfuhr und den privaten Handel mit Kaffee. Lediglich der preußische Staat durfte mit Kaffee handeln. Dadurch sollte der Abfluss von Kapital ins Ausland unterbunden und die Staatskasse gefüllt werden. Das Verbot zog aber vor allem einen umfassenden Schmuggel mit Kaffeebohnen nach sich. 1781 wurde in Preußen auch das Rösten von Kaffee für Privatleute verboten. Zur Überwachung des Verbots wurden so genannte „Kaffeeriecher“, ehemalige französische Soldaten, eingestellt. 1787 wurde das staatliche Kaffeemonopol in Preußen wieder abgeschafft, weil sich die Kontrollen als ineffektiv erwiesen und der Schaden durch Schmuggel anstieg.

 

Anbau

Waren die Kaffeepflanzen zunächst nur in Afrika und Arabien verbreitet, so kam man bald auf die Idee, sie in anderen geeigneten Regionen zu kultivieren.

Die erste Anpflanzung außerhalb Afrikas und Arabiens geschah durch van Hoorn, der als Gouverneur von Niederländisch-Ostindien 1690 (nach anderen Quellen bereits 1658) in Ceylon und 1696 (oder 1699) auf Java erste Versuche anstellen ließ. Die dort verwendeten Pflanzen stammten aus Arabien. Von diesen Plantagen gelangten 1710 mehrere Exemplare nach Europa und wurden hier in verschiedenen botanischen Gärten kultiviert, z. B. in Amsterdam, wo erstmals ein Kaffeestrauch auf europäischem Boden gezogen wurde.

1718 brachten die Holländer den Kaffee nach Surinam, die Franzosen 1725 nach Cayenne, 1720/1723 nach Martinique, 1730 nach Guadeloupe und durch die Portugiesen gelangten 1727 die ersten Kaffeepflanzen nach Brasilien und bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Kaffee zu den verbreitetsten Kulturpflanzen in den Tropen. Dies ist auch auf die Ausbreitung der europäischen Kolonien zurückzuführen, ohne die die heutige weltweite Verbreitung des Kaffees nicht zu verstehen ist.

Dies hatte auch Schattenseiten: So wurden auf den lateinamerikanischen und karibischen Kaffeeplantagen bis zur allmählichen Abschaffung von Sklaverei und Sklavenhandel afrikanische Sklaven ausgebeutet. Die Lebensbedingungen der Kaffeepflanzer in Niederländisch-Ostindien beschreibt der niederländische Autor Eduard Douwes Dekker in seinem Werk Max Havelaar.

 

Kaffeesorten

 

Arabica-Kaffee hat einen Weltmarktanteil von ungefähr 60% des produzierten Kaffees. Diese Bohnensorte, die nur die Hälfte des Koffeins im Vergleich zur Robusta-Bohne enthält, ist vor allem wegen ihres Aromas beliebt und berühmt geworden..
Robusta hat ca. 36% Anteil an der Weltproduktion. Optisch unterscheidet sich diese Bohnensorte durch einen geraden Einschnitt in der Bohne von der Arabica mit gewelltem Einschnitt. Von den Farmern wird diese Sorte vor allem wegen ihrer Widerstandsfähigkeit und ihrer kürzeren Reifungszeit (gegenüber der Arabica) geschätzt.
Excelsa gilt als Bohnenrarität, wurde 1904 am Tschadsee gefunden. Hat von allen Bohnensorten den kräftigsten Wuchs. Vor allem die Fähigkeit, auf trockenerem Boden gut zu gedeihen und auch in regenarmen Jahren einen befriedigenden Ertrag zu erwirtschaften, zeichnet sie aus. Dennoch nur ca. 1% Anteil an der Weltproduktion.
Stenophylla Die besonders kleinblättrige Pflanze aus Westafrika (Guinea und Sierra Leone) kann in bis zu 700 m Seehöhe angepflanzt werden. In Sierra Leone wird mit dieser Sorte der bekannte „Highland Coffee“ hergestellt. Die Bohnen sind rund und groß, die Früchte werden bei der Reifung schwarz.

 

Maragogype Eine Mutation aus der Arabica-Bohne oder nach anderer Theorie eine Kreuzung aus Arabica- und Liberica-Bohne. Die Bohnen sind um ein Drittel größer als die üblichen Kaffeebohnen. Die Sorte wird hauptsächlich in Mexiko und Nicaragua angebaut. Die Sorte gedeiht am besten in Höhenlagen von 400 m bis 1.200 m. Trotz ihrer Größe ist der Ernteertrag in der Regel niedriger als bei anderen Kaffeesorten. Weitere Informationen über Maragogype finden Sie auf der Themenseite über Maragogype (maragogype.net). Eine seltene Röstung als Espresso wird unter anderem hier angeboten Maragogype Espresso. Maragogype hat einen geringeren Koffeingehalt als z.B. Arabica Bohnen.
Catimor und Chari  In Vietnam wird als cà phê sữa ðá eine Kaffeemischung angeboten, die neben den bekannten Arten Robusta und Arabica auch die Arten Catimor und Chari enthält. Es handelt sich dabei um einen sehr dunklen Kaffee mit einem leicht nussig-schokoladigen Geschmack. Diese Kaffee-Mischungen enthalten die genannten Sorten in unterschiedlichen Mischverhältnissen und beinhalten seltener auch Excelsa- oder Liberica-Bohnen. Aufgrund der dortigen Vorstellung des Kaffee-Geschmacks decken diese Mischungen dort den größten Anteil des Kaffeebedarfes ab. Mischungen, die die erwähnten auf dem weltmarkt eher unbekannten Kaffee-Arten enthalten sind außerhalb des Landes Vietnam nur als Import-Artikel in Asien-Läden erhältlich. Chari-Kaffee wird aufgrund seines sehr niedrigen Koffeingehaltes auch als natürlicher Schonkaffee angeboten, der nicht entkoffeiniert werden muss.
Als seltenste und teuerste Kaffeesorte der Welt gilt der indonesische Kopi Luwak: Schleichkatzen fressen Kaffeekirschen und scheiden Bohnen aus, deren Geschmackseigenschaften sich durch Fermentation im Darm der Tiere verändert haben.



Genuss

Der Kaffee war ursprünglich sehr teuer, deshalb konnten sich nur gutsituierte Bürger und Aristokraten das aromatische Getränk leisten. Honoré de Balzac trank stets sehr viel starken Kaffee, um wach zu bleiben; er arbeitete meistens zwölf Stunden am Tag. Ludwig van Beethoven hatte es sich angewöhnt, genau 60 Kaffeebohnen abzuzählen, um daraus eine Tasse Mokka zu brauen.

Von Johann Wolfgang von Goethe stammte die Idee, man solle die Bohnen destillieren. Beim Umsetzen des Gedankens entdeckte der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge das Koffein.

Der teure und seltene Kaffee wurde von ärmeren Bevölkerungsschichten und in Krisenzeiten durch Ersatzprodukte wie Muckefuck, Malzkaffee oder Zichorie ersetzt. Der heute wenig verbreitete Ausdruck echter Bohnenkaffee entstand zur Abgrenzung gegenüber den ebenfalls als Kaffee bezeichneten Ersatzprodukten.

In einigen Ländern hat sich der nachmittägliche Genuss von Kaffee als eigene Mahlzeit Kaffee etabliert.

 

Zubereitung und Konsum

Die Zubereitungsart von Kaffee ändert sich je nach Kultur, nationalen Gepflogenheiten oder persönlichem Geschmack. Grundsätzlich können fünf Zubereitungsarten unterschieden werden:

Beim in Deutschland und den USA weit verbreiteten Filterkaffee wird siedendes Wasser durch das in einer Filtertüte befindliche Kaffeepulver gefiltert. Dieses Verfahren wurde 1908 von Melitta Bentz erfunden.

Unter anderem in Italien wird Espresso getrunken, bei dem Wasser unter hohem Druck (9 – 15 bar) durch den feingemahlenen Kaffee geleitet wird (Extraktion) und dabei einen Schaum aus Kaffeeölen bildet, die Crema.

Bei der Zubereitung von Türkischem Kaffee (Türkei, Balkanländer, in Griechenland oder in griechischen Lokalen Griechischer Kaffee) wird der sehr fein gemahlene Kaffee mit reichlich Zucker und Wasser in einem speziell dafür konzipierten, leicht konischen Kupferkesselchen aufgekocht, dem sog. Ibrik oder Cezve (siehe Mokka).

Eine in Frankreich sehr beliebte Methode des Kaffeekochens wird mittels der French Press oder Pressstempelkanne bewerkstelligt. Ähnlich wie beim türkischen Kaffee wird dabei das Kaffeepulver direkt in das heiße Wasser gegeben, und nach einer Weile mittels eines Metallsiebes abgetrennt.

Löslicher Kaffee ist ein Getränkepulver, das in heißem Wasser aufgelöst wird und ohne weitere Zubereitungsschritte getrunken werden kann. Löslicher Kaffee wird hergestellt, indem Kaffee nach einer der obigen Methoden zubereitet und dem zubereiteten Kaffee dann das Wasser wieder entzogen wird.

Auf Basis dieser fünf Grundzubereitungen gibt es heute hunderte von Verfahren, die Kaffee verwenden. Für viele Arten der Zubereitung gibt es spezielle Kaffeemaschinen.

Kaffee wird meistens nicht wie andere Getränke als normaler Durstlöscher eingenommen. Kaffeetrinker erhoffen oft eine anregende Wirkung. Nach einer Studie des an der University of Scranton tätigen US-amerikanischen Chemikers Joe Vinson von August 2005 dient Kaffee, neben dem traditionellen Verzehr von frischem Obst und Gemüse, als eine wichtige Quelle von Antioxidantien. Das sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die indirekt das Krebsrisiko verringern.

Arten der Kaffeeröstung

Helle Röstung= blasse oder Zimt-Röstung

Mittlere Röstung = amerikanische Röstung, Frühstücksröstung

Starke Röstung = helle französische Röstung, Wiener Röstung

Doppelte Röstung = Continental-Röstung, französische Röstung

Italienische Röstung = Espresso-Röstung

torrefacto (spanisch für geröstet) = Röstung unter Zuckerbeigabe, vor allem in Spanien gebräuchlich. Der so geröstete Kaffee wird dem konventionell gerösteten (tueste natural) zu 20 % – 50 % beigemischt, das Ergebnis wird als mezcla (spanisch für Mischung) bezeichnet. Eine mezcla 70/30 z. B. besteht aus 70 % tueste natural und 30 % café torrefacto. Diese Röstungsart reduziert Säure und Bitterkeit des Kaffees

„Unterschiedliche Röststufen – von ungeröstet bis zur Italienischen Röstung“

Dieses Bild basiert auf dem Bild Coffee_roasting_grades.png aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist  Y tambe.

Dieses Bild basiert auf dem Bild Coffee_roasting_grades.png aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Y tambe.

 

Zubereitungsarten (Auswahl) 


Deutschland

  • Eiskaffee – gekühlter Kaffee mit Vanilleeis
  • Irish Coffee – starker Kaffee mit Whisky, Schlagsahne und Zucker
  • Milchkaffee – Filterkaffee, halb Milch, halb Kaffee
  • Mokka / Türkischer Kaffee – ein starker, süßer, schwarzer (SSS) Kaffee, im Kännchen mit Kaffeesatz serviert – bietet die Gelegenheit zum anschließenden Kaffeesatzlesen. Der türkische Kaffee wird auch in Österreich gerne zubereitet.
  • Pharisäer – schwarzer Kaffee mit Rum, Zucker und mit reichlich Schlagsahne überdeckt (um den Rum zu tarnen).
  • Rüdesheimer Kaffee – Kaffee mit Weinbrand flambiert, mit Schlagsahne, Vanillezucker und Schokoladestreusel
  • Schwaten oder Schwatten – schwacher Kaffee mit Zucker und 2 cl Korn pro Tasse (Norddeutsche Spezialität)

Österreich

  • Almkaffee / Gebirgskaffee  – Kaffee mit Eidotter, Obstschnaps und Obers
  • Biedermeier  – mit Marillenlikör und Schlagobers
  • Großer Brauner  – doppelter Espresso mit Milch in großer Tasse
  • Kleiner Brauner  – einfacher Espresso mit Milch oder Obers in kleiner Tasse. Das Obers (Schlagsahne) bzw. die Milch, um aus dem kleinen Schwarzen einen kleinen Braunen zu machen, sollte traditionell in einem winzigen Porzellankännchen, das an einen etwas größeren Fingerhut erinnert, extra am Tablett serviert werden, damit der Gast selbst das Mischungsverhältnis bestimmen kann. Ein großer Brauner ist die doppelte Menge.
  • Doppelmokka  – doppelt starker Kaffee in großer Mokkaschale
  • Einspänner  – großer Mokka im Henkelglas mit Schlagobershaube (Schlagsahne) – die Sahnehaube hielt den Kaffee bei Wartezeiten länger warm, mit dieser verrührt, war er aber auch schnell abgekühlt und trinkbereit, wenn eine Fuhre für die Lohnkutscher anstand
  • Eiskaffee englischer Art  – ein Drittel Kaffee, ein Drittel Eis, ein Drittel Obers
  • Eiskaffee Wiener Art  – festes Kaffeeeis aus Eidottern, Sahne und Kaffee mit Schlagobers
  • Fiaker  – Ein großer Schwarzer im Glas mit viel Zucker und einem Stamperl Slibowitz oder Rum (Wien)
  • Franziskaner  – lichte Melange mit Schlagobers und Schokostreuseln
  • Gespritzter  – Schwarzer Kaffee mit Rum oder Weinbrand
  • Granita di Caffé  – fein gekörntes Eis mit starkem schwarzen gezuckertem Kaffee übergossen
  • Häferlkaffee  – Kaffee im Häferl (und nicht in einer Tasse), Filterkaffee
  • Intermezzo  – Kleiner Mokka, mit heißer Schokolade und Creme de Cacao verrührt und Schlagobershaube mit Praline (evtl. Mokkabohnen)
  • Kaffee Kirsch  – Kaffee mit Kirschwasser
  • Kaffee Obermeier  – schwarzer Kaffee, auf den über einen Löffelrücken eine Schicht stark gekühlter Obers aufgesetzt wird (Wien)
  • Kaffee Verkehrt  – Kaffee mit 2/3 Milch und 1/3 Kaffee (Wien)
  • Kaisermelange  – Mokka mit Eidotter, auch mit Honig und Cognac (Wien)
  • Kapuziner  – schwarzer Kaffee mit einem Schuss Milch (Wien)
  • Katerkaffee  – starker schwarzer Kaffee, der mit Zuckerstücken gesüßt wird, die man vorher an einer Zitronenschale abgerieben hat.
  • Konsul  – schwarzer Kaffee mit etwas Schlagobers (Wien)
  • Kosakenkaffee  – Kleiner Mokka im Einspännerglas, vermischt mit Rotwein, Wodka und flüssigem Zucker
  • Maria Theresia  – Mocca mit einem Schuss Orangenlikör
  • Marghiloman  – Mokka mit Cognac
  • Mazagran  – Kalter gesüßter Kaffee mit Eisstückchen und Maraschino oder Cognac
  • Melange  – halb Kaffee, halb Milch
  • Melange  – halb Kaffee, halb Milch
  • Mokka gespritzt  – Mokka mit Cognac und Rum
  • Othello  – Heiße Schokolade mit Espresso
  • Piccolo  – kleiner Schwarzer mit Schlag
  • Schale(rl) Braun  – halb Kaffee, halb Milch
  • Schale(rl) Gold  – Kaffee mit Milch, etwas heller als ein Brauner (Wien)
  • Großer Schwarzer (auch großer Mokka)  – doppelter Espresso ohne Milch in großer Tasse
  • Kleiner Schwarzer (auch kleiner Mokka)  – einfacher Espresso ohne Milch in kleiner Tasse
  • Separee  – Kaffee und Milch werden getrennt serviert (Wien)
  • Sperbertürke  – doppelt starker, mit Würfelzucker aufgekochter „Türkischer“
  • Türkischer Kaffee passiert  – türkischer Kaffee, bei dem der Satz wieder herauspassiert wurde
  • Überstürzte Neumann  – Schlagobers wird auf den Boden der leeren Schale gelagert und mit heißem Kaffee „überstürzt“
  • Ungarischer Kaffee  – starker gesüßter Kaffee wird aufs Eis gestellt, dann mit gekühltem Schlagobers vermengt und im Glas serviert
  • Verlängerter  – die Dosierung eines kleinen Schwarzen wird mit der Wassermenge eines großen Schwarzen zubereitet (Wien) oder ein mit etwa doppelter Menge Wasser zubereiteter Espresso
  • Weißer mit Haut  – lichte Melange (heller Milchkaffee), der mit heißer, nicht verquirlter Milch serviert wird, worauf sich eine Haut bildet (Wien)
  • Wiener Melange  – Melange, mit gesprudelter Milch im Glas serviert (Wien)
  • Zarenkaffee  – starker Espresso, auf den eine Haube aus gesprudeltem Eidotter, vermischt mit Zucker und Eidotter aufgesetzt wird. Der Lieblingskaffee der russischen Zaren

Schweiz

  • Café crème (auch Schümli)  – Kaffee mit ‚Crema‘
  • Schale  – Milchkaffee
  • Café mélange  – Kaffee mit Schlagsahne, häufig wird die Schlagsahne separat in einem Schälchen serviert
  • Luzerner Kaffee, Kaffee Lu(t)z, Kaffee Träsch  – teefarbener, dünner Kaffee mit reichlich Zucker und Träsch – im Kaffeeglas serviert
  • Kaffee fertig  – Kaffee mit viel Schnaps (meistens mit Kirsch)- ebenfalls im Glas

Frankreich

  • Café au lait  – Variante eines stärkeren Cappucino mit wenig Milchschaum, im deutschen Sprachgebrauch meint man jedoch meistens die französische Variante des Milchkaffees
  • Café Brulot  – Weinbrand oder Cognac mit Zucker flambiert und mit Kaffee aufgegossen
  • Café Crème  – Kaffee mit Sahne oder Milch, die durch Dampf aufgeschäumt wird
  • Café Filtre  – Kaffee, der mit einem aufgesetzten Filter direkt in die Tasse filtriert wird. Weniger konzentriert als der Espresso
  • Café natur  – Kaffee ohne Milch
  • Café Royal  – wie Café Brulot
  • Canard  – Kaffee mit Marc (Traubenschnaps): Ein Zuckerwürfel wird mit Marc beträufelt und in den Mund gesteckt, der Kaffee mit Schnaps und Sahne vermischt und über den Zuckerwürfel getrunken.

Italien

  • Caffè Latte  – italienische Variante des Milchkaffee, je zur Hälfte heiße Milch und Espresso
  • Caffè shakerato  – Espresso mit Eiswürfel im Cocktailmixer zerkleinert und aufgeschäumt, evtl. mit Amaretto, Vanille-Aroma oder Grappa
  • Cappuccino  – je ein Drittel Espresso, heiße Milch und Milchschaum, oft mit Kakaopulver und/oder Zimt bestreut
  • Cappuccino con panna  – Cappuccino mit Schlagsahne statt aufgeschäumter Milch
  • Chocolaccino  – Cappuccino mit geriebener Schokolade bestreut
  • Corretto  – Espresso mit Weinbrand, z.B. Corretto con Grappa, Corretto con Fernet …
  • Doppio  – doppelter Espresso
  • Espresso  – sehr starker Kaffee ohne Milch und Zucker, bei dem das Wasser unter hohem Druck (9 bar) durch das sehr fein gemahlene Kaffeemehl gepresst wird, eine Tasse hat etwa 25 ml
  • Latte Macchiato  – „gefleckte Milch“ – aufgeschäumte warme Milch mit einem vorsichtig zugegebenen Espresso Lungo – wird (in Italien) eigentlich nur zum Frühstück oder vormittags getrunken.
  • Lungo  – Espresso, bei dem die doppelte Wassermenge verwendet wurde
  • Mischio  – Mischung aus Kaffee und Kakao mit Schlagsahne
  • Ristretto  – Espresso mit sehr wenig Wasser (15-20 ml statt der üblichen 25 ml)

Spanien

  • Ein café wird in Spanien gewöhnlich mit einer Espressomaschine aus einer dunklen Röstung zubereitet und würde damit im deutschen Sprachraum als Espresso bzw. Brauner bezeichnet.
  • Café solo  – schwarz
  • Cortado  – mit einem Schuss Milch oder Milchschaum, meistens in Tassen, manchmal auch im Glas oder mit gesüßter Kondensmilch (siehe auch: Cortado)
  • Café con leche  – Milchkaffee, meistens zur Hälfte café, zur Hälfte Milch (oft aufgeschäumt)
  • Café americano  – Filterkaffee, manchmal auch ein mit Wasser verlängerter Café solo
  • Café con hielo  – Zum café wird ein Trinkglas mit Eiswürfeln serviert, über die nach dem Zuckern der Kaffee gegeben wird.
  • Carajillo  – mit einem Schuss Likör, Brandy (Cognac) oder Rum. Zubereitung: Zucker wird im Glas mit dem Alkohol verrührt, angezündet und mit starkem Kaffee (Espresso) aufgegossen. Als Dekoration werden Kaffeebohnen und ein Stück Zitronenschale ins Glas gegeben
  • Bombón  – Aus der Region Castellón de la Plana – Kondensmilch (leche condensada) wird mit Espresso aufgegossen und in einem kleinen Glas serviert, sodass die zwei Schichten erkennbar sind. Vor dem Trinken wird umgerührt.
  • Barraquito  – Spezialität auf der Insel Teneriffa, wird in einem Glas serviert und besteht aus 3 Schichten: 1. Kondensmilch (leche condensada), 2. Espresso mit einem Schuss Likör (Licor 43 oder Tía María) und einem Stück Zitronenschale und 3. aufgeschäumter Milch, die noch mit etwas Zimt bestreut wird.

Portugal

  • Bica  – starker, schwarzer Kaffee, aus kleinen Tassen getrunken
  • Pingo (Bica Pingada)  – Bica mit ein wenig Milch
  • Galão  – portugiesischer Milchkaffee, aus einem Glas getrunken

Türkei (und Balkanländer)

  • Türk Kahvesi – türkischer Kaffee
  • Türkischer Kaffee  – ungefiltert; mit Kaffeepulver als Bodensatz, meistens zwei Mal aufgekocht, beim ersten Aufkochen wird der Schaum auf die Tassen verteilt.

Südamerika

  • Café Americano  – Espresso, der mit heißem Wasser oder Spirituosen verlängert wurde
  • Café de olla  – Kaffee, der mit Gewürzen wie Zimt zubereitet und dann kalt getrunken wird
  • Teilweise gibt es unterschiedliche Auffassung von Land zu Land, welche Benennung auf welche Zubereitungsart zutrifft.
  • Malzkaffee (Muckefuck) wird zwar Kaffee genannt, enthält aber Malz und ähnelt Kaffee geschmacklich nur wenig (z. B. Caro-Kaffee). Er ist ein Surrogat für Kaffee und ist, da er kein Koffein enthält, auch für Kinder geeignet.

 

 

 

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